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Drones & Bellows am 13.01.2017

Drones & Bellows

Folk (DK)

 

Humburg-Haus
Barmstedt, Chemnitzstr. 10

Freitag, 13.01.2017
Beginn: 20.00 Uhr

Eintritt: 15,-- EUR Vorverkauf / 17,-- EUR Abendkasse
 

Von links: Thomas Wieder, Halvor Bogh, Anker Hintze, Jörgen Ehlert und vorne Pamela Naylor

 
„Erfrischend anders“, bemerkte John Jones von der Oyster Band, als er Ende der Achtziger „Four Reel Drive“ hörte, dessen Mitglieder Halvor Bogh und Pamela Naylor bis heute in der Nachfolgeband “Drones & Bellows” spielen. Obwohl nie konkret als Ziel formuliert, herrscht schon immer Übereinstimmung in dieser Band, dass es nicht um einfache musikalische Reproduktion handelt. Die Musik von Drones & Bellows ist unverkennbar von der schottischen Tradition inspiriert, aber der einzigartige Sound spiegelt die unterschiedlichen Kulturen und musikalischen Hintergründe wider, die die vier Bandmitglieder mit sich bringen. Wenn man dann eine Vielzahl von Instrumenten, Chorgesang und eigene Kompositionen hinzufügt, ist der Erfolg dieser Band von vorn hinein fast vorprogrammiert.

Drones & Bellows machen ihr eigenes Ding, aber das Geheimnis ihrer lang anhaltenden Beliebtheit muss auch in der Fähigkeit liegen, ihre ungebändigte Spielfreude an ein Publikum weiterzuvermitteln. Im Laufe der Jahre haben sie viele treue Fans gesammelt, die die ansteckende gute Laune von Drones & Bellows bei Livekonzerten begeistert.

Dänemark und Schottland hatten schon immer eine sehr nachbarschaftliche Beziehung. Damals, als es noch keine Autobahnen gab, war es das Meer, das die Menschen zusammenführte, und es gab regen Verkehr zwischen Dänemark und Schottland. Der dänische Psalmendichter, Thomas Kingo, war Sohn eines Webers aus Crail in Fife. Bothwells Aufenthalt in Dänemark war alles andere als vergnüglich. Thomas Riis schrieb ein Buch mit der Titel „Should auld acquaintance be forgot“, in dem er die zahlreichen Verbindungen zwischen Schottland und Dänemark im Laufe der Geschichte beschrieb. Die Schotten haben sich in Dänemark immer heimisch gefühlt und die Dänen haben oft dieselbe Empfindung in Schottland.
Drones & Bellows leben weiter in dieser Tradition. Uralte schottische Melodien und Kompositionen vom letzten Jahr mischen sich mit skandinavischen Harmonien und Rhythmen und verleihen diesen Aufnahmen eine unverwechselbare nordische Qualität. Drones & Bellows sind kühn und können schnell spielen, aber sie besitzen genug Selbstbewußtsein, um auch die „Slow airs“ spielen zu können. Mit täuschender Leichtigkeit vollbringen sie scheinbar gefährliche Kunststücke, denn ihre Musik ist oft vielschichtig und die Arrangements kompliziert. Hier findet man schottisches Temperament, Melodien mit salzigem Schwung und bodenständige Lieder, aber das Ganze ist mit jenem bittersüßen, rauchigen Gewürz aus Dänemark abgeschmeckt.
Menschen haben Füße und keine Wurzeln, sagte Salman Rushdie. Und Menschen bewegen sich und finden neue Wurzeln. Die Musik von Drones & Bellows ist ein lebender Beweis für die Kreativität, die diese Bewegung mit sich bringen kann.

(Text: Rod Sinclair)